Februar 24, 2018

Madeira: Funchal & Monte

Als hätte ich im Juli 2017 nicht schon genug Reiseabenteuer erlebt, startete ich mit meiner Familie im August letzten Jahres das nächste große Summeradventure. Gemeinsam flogen wir am Morgen des 30. Julis von Frankfurt auf die Blumeninsel Portugals: Madeira. Allein der Flug war ein Abenteuer für sich, hat Madeira doch eine so kurze Landebahn, die fast ins Meer zu reichen scheint. 
Unser Hotel lag nicht unweit von Madeiras Hauptstadt Funchal und so besuchten wir an unserem ersten Tag auf der Insel den Mercado dos Lavradores, eine Markthalle, in der es die außergewöhnlichsten Früchte des Landes gibt. Wegen des milden Klimas wachsen hier über das gesamte Jahr sämtliche Köstlichkeiten, man bekommt alles frisch und sieht an jeder Straßenecke Bananensträucher. Vielleicht gehört es tatsächlich dazu, sich auf dem "Markt der Bauern" über's Ohr hauen zu lassen, und so kauften auch wir etwas, bevor wir durch die Straßen Funchals zur Kathedrale Sé schlendert. Wieder zurück Richtung Meer durch das Viertel Santa-Maria (Zona Velha), wo man den alten Flair der Stadt anhand der Tante-Emma-Läden und den Holzhäusern noch spüren kann, während man die bunten Türen, die im Rahmen des Kunstprojekts artE de pORtas abErtas von lokalen Künstlern gestaltet wurden, bestaunt und den anwerbenden Restaurantbesitzern zu entwischen versucht. 
Als es gegen Mittag immer wärmer wurde, fuhren wir mit einer Kabinenseilbahn über die Dächer Funchals bis hinauf zum Dorf Monte. Hier hat man einen wundervollen Ausblick auf das Meer und die ewigen Grünen Madeiras. Dieser kurze Aufstieg in die Höhe ließ bereits erahnen, welche Naturwunder uns in den nächsten Tagen erwarten sollte.
In Monte selbst wurde das Klima schnell etwas kühler und die Sicht auf das Meer vom tropischen Schlossgarten aus atemberaubend. Vor der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte,  die auf einem Hügel steht, hatte man das Gefühl, sich am höchsten Punkt der Insel zu befinden, doch es ging noch deutlich höher. Ein paar Tage später sollte hier in Monte eine Feier stattfinden, weshalb das gesamte Dorf geschmückt war. Ein toller Anblick.
Von Monte aus ging es dann in rasanter Fahrt hinab nach Funchal: Mit Korbschlitten, den Carros de Cestos, wurden wir von den Korbschlittenfahrern in ihren weißen Trachten etwa 2 km den Berg hinunter gefahren. War das ein Tempo! Unser Gekreische hörte man vermutlich bis zum Festland und auch wenn dies wohl zu den typischen Touri-Attraktionen in Madeira zählt und verhältnismäßig teuer ist, ist dies ein Ereignis, welches ich nicht missen möchte.

Nach diesem ersten Tag im Zentrum Madeiras konzentrierte sich unser restlicher Urlaub eher auf die wunderschöne Vegetation der Insel, doch davon in den nächsten Posts mehr.

Februar 21, 2018

Donaudurchbruch Kelheim

Am Anfang des Wintersemesters habe ich die freie Zeit genutzt, um die Umgebung meiner neuen Heimatstadt besser zu erkunden. So war ich während meinem Umzug mit meiner Familie am Donaudurchbruch in Kelheim, wo wir mit einem Schiff die engste Stelle der Donau entlang schipperten und schließlich einen schönen Aufenthalt im Kloster Weltenburg hatten. Vor vielen Jahren - unwissentlich, dass ich eines Tages hier her ziehen würde - war ich einmal mit der Schule dort, doch das Naturphänomen noch einmal im Herbst mit all den bunten Blättern und Wasserspiegelungen zu sehen, war eine ganz neue Erfahrung.


Oktober 2017 - Donaudurchbruch Kelheim | Kloster Weltenburg

Februar 18, 2018

Interrail: Edinburgh {15.-18.07.17}

Heute nehme ich euch ein letztes Mal mit auf den letzten Teil unserer Interrail-Reise durch Großbritannien und hoffe, dass euch die Reiseeindrücke gefallen haben, auch wenn die Reihe hier auf dem Blog wesentlich länger andauerte als gedacht.
15. Juli 2017, Edinburgh, Schottland:
Als wir am 15. Juli in Edinburgh ankamen - nach einer zugegeben sehr anstrengenden Fahrt von der Isle of Skye über Inverness nach Edinburgh - ging bereits die Sonne unter. In unserem Hostel, dem Castle Rock Hostel direkt unterhalb des Edinburgh Castle an der Royal Mile war ein Traum, im Vergleich zu dem auf der Insel. Jedes Zimmer stand unter einem andere Motto und die Aussicht aus unserem Vier-Bett-Zimmer war atemberaubend. Als wir an dem Abend durch die Stadt schlenderten, legte sich etwas mystisches, geheimnisvolles über die alten Häuser und sollte auch die restlichen Tage noch andauern.
16. Juli 2017, Edinburgh, Schottland:
Am ersten Morgen in der schottischen Hauptstadt setzen wir uns bei einer kostenlosen Stadtführung mit Schweizer Dialekt nicht nur mit der richtigen Aussprache des Städtenamens auseinander, sondern erfuhren von manch grausamen Ereignissen, Sagen und Mythen und besuchten anschließend das Writers' Museum. Wir schlenderten durch die Straßen des Grassmarket, immer auf den Spuren J.K. Rollings, suchten nach Voldemorts Grab, aßen Falaffel und bestiegen den Calton Hill, bewunderten von hier aus nicht nur das Dugald Stewart Monument sondern auch den wunderschönen Blick auf die Old Town. Spätestens an diesem ersten Tag merkten wir, dass es keine Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln braucht, kann man zu Fuß doch so viel mehr entdecken.

17. & 18.  Juli 2017, Edinburgh, Schottland:
Unser letzter ganzer Tag in Großbritannien startete erneut mit einer Wanderung, diesmal hoch zu Arthur's Seat. Die Aussicht von hier oben war grandios, auch wenn der Wind uns fast Richtung Meer blies, genossen wir dieses Gefühl von Freiheit über den Dächern Edinburghs.
Am Nachmittag machten wir uns mit Snacks auf den Weg zum botanischen Garten (Royal Botanic Garden), bevor wir unseren letzten Abend mit Guiness und live Musik in einem Pub verbrachten, das uns unser Hostelbesitzer empfahl. Einen besseren Abschluss hätte es für Großbritannien nicht geben können, oder?
Am Tag unserer Abreise besuchten wir morgens noch die National Gallery of Scotland, bevor am Nachmittag die bisher spannendste Reise meines Lebens endete.
Calton Hill

Arthur's Seat


Februar 13, 2018

Zwischen Café, Französisch und Hörsaal - Philosophieren über das erste Semester

Während meines letzten Schuljahrs schloss ich immer mal wieder die Augen, wenn der Mathelehrer mit Zahlen umher warf und träumte von meiner glorreichen Zeit als Studentin. Ich träumte von großen Städten, in denen mich niemand kannte, von Neuanfängen, langen Nächten in Clubs, in denen der Boden vibrierte, von spontanen Städtetrips und unendlichen Café-Besuchen. Ich träumte von meiner ersten eigenen Wohnung, von großen Hörsälen, in denen ich eine von vielen war und dennoch gespannt den Worten des Dozenten folgte, von Inhalten, die genau dem entsprachen, womit ich meine Zukunft verbringen wollte. Vielleicht träumte ich von der großen Freiheit und vielleicht sind Träume manchmal doch nicht so ganz realistisch.

Wenn ich jetzt auf mein erstes Semester als Studentin zurückblicke, muss ich ein bisschen schmunzeln. Ja, da war der vibrierende, klebrige Boden im Club - mehr als einmal. Ja, da waren die Städtetrips und Abenteuer. Leckerer Café au Lait im Lieblingscafé (und ich bin so unglaublich glücklich, ein Lieblingscafé gefunden zu haben) und viel zu viel Espresso während der Klausurenphase. Neue Freunde, eine eigene Wohnung, begeisterte Euphorie im Hörsaal. Und zwischendurch die Ernüchterung, dass es immer ein Fach geben wird, das man nicht so sehr mag.

Als ich vor vier Monaten über das riesige Campusgelände lief, eine unter vielen, fühlte ich mich verloren. Hatte das Gefühl, in der Masse unterzugehen, nie Teil dieses großen Ganzen werden zu können. Doch spätestens nach der Ersti-Woche war schnell klar, dass es niemandem anders erging, dass wir diesen Weg gemeinsam, Hand in Hand, gehen würden und sich verloren fühlen ganz normal ist.

Mein erstes Semester war bunt, laut und aufregend. Voller neuer Eindrücke, neuer Anforderungen und Lerninhalte. Es war aber auch ernüchternd, anstrengend, zeigte Grenzen auf und ließ mich zweifeln. Es zeigte mir, dass mit der Zeit als Studentin ein neuer Lebensabschnitt beginnt, denn hier zählt nicht, welchen Abiturschnitt man erreicht hat oder ob man in der Schule zu den Besten gehörte. An der Uni startet man von Null. Und das kann ganz schön hart sein.
Oft saß ich abends da, telefonierte mit meiner Familie und wünschte mir, man könne 600 km Entfernung schneller überwinden. Doch egal wie verzweifelt ich nach diesen Telefonaten war, immer wieder kam ich zu der ein und selben Erkenntnis: Ich habe den richtigen Studiengang gewählt. Das hier ist, wofür mein Herz schlägt. Und auch wenn man es während all den Grammatikstunden schnell einmal vergisst, ist da immer noch das Leuchten in meinen Augen, wenn wir uns mit Salut begrüßen, über das Savoir vivre philosophieren und uns mit Vin und Baguette an die Seine träumen.
Wenn ich täglich an die Uni fahre und noch immer einen gewissen Stolz empfinde, Teil dieses Studiengangs zu sein, dann heißt dies doch, dass ich alles richtig gemacht haben, non?



Würdet ihr gerne noch mehr über mein erstes Semester und Studium erfahren? 
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